Kiew – eine Perle im Osten Europas

Höhlenkloster Kiew, Ukraine

Auf meiner Reise durch die Ukraine bin ich von Lwiw aus per Zug nach Kiew gefahren. Diese Fahrt dauerte 6 Stunden und war sehr angenehm. In Kiew habe ich die Cousine meiner Schwägerin getroffen, sie stammt aus der Ukraine und hat mir die Stadt gezeigt. Insidertipps inklusive.

Kurzübersicht

  • Ort: Kiew (Hauptstadt der Ukraine)
  • Sprachen: Ukrainisch, aber mit Englisch klappt es ganz gut
  • Reisedauer: 3 Tage Städtetrip
  • Reisezeit: April
  • Abenteuer: 1 von 3
  • Budget: € | Low-Budget: 20 € pro Tag | Mittelklasse: 40 € pro Tag
Kiew, Ukraine

Anreise

Kiew erreichst Du von den meisten Flughäfen in Deutschland per Direktverbindung. Meine Zugfahrt von Lwiw hat 15 € gekostet und dauerte 6 Stunden. Der Zug war modern und mein Sitzplatz war in einem abgeschlossenen 6er Abteil. Als Verpflegung gab es Kaffee, Tee und kleine Snacks (Schokolade, Chips, Riegel) beim Zugpersonal zu kaufen. Auch die Toiletten waren sauber. Mehr zur Anreise findest Du in meinem Einfachen Reiseguide – Ukraine.

Zug nach Kiew

Unterkünfte

Meine Wahl war das Hostel Delil, die Lage des Hostels ist sehr zentral. Leider war kaum jemand im Hostel, außer einem älteren Mann. In der zweiten Nacht hat er so extrem geschnarcht, dass ich nur 2 Stunden schlafen konnte. Haha, auch dass gehört zum Hostel-Life dazu. In Kiew gibt es einige schöne Hostels und Hotels, jedoch solltest Du frühzeitig nach einer Unterkunft suchen. Denn die beliebtesten Unterkünfte können am Wochenende schnell ausgebucht sein.

Fortbewegung

Kiew verfügt über eine tolle U-Bahn Infrastruktur. Du bezahlst beim Eintritt in die Station 4 Hrywnja, was etwa 20 Cent entspricht. Mit diesem Ticket kannst Du so weit U-Bahn fahren wie Du möchtest, auch umsteigen ist möglich. Wenn Du die Station verlässt, verliert das Ticket seine Gültigkeit. In Kiew befindet sich 105,5 m unter der Erde die tiefste U-Bahn-Station der Welt: Arsenalna (Арсенальна). Weitere Transportmittel sind Sammeltaxis und Oberleitungsbusse. Mehr über die Metro in Kiew findest Du bei Anders reisen.

Kiew
U-Bahn-Netz in Kiew, Ukraine

Meine Reise

Tag 1

Erstmal ankommen angesagt, der Bahnhof in Kiew (Bahnhof Kyjiw-Passaschyrskyj) ist beeindruckend groß. Die Wartehallen mit großen Dachkuppeln ausgestattet, alles ist verziert. Der Bahnhof besteht seit 1870, aber aufgepasst, ein zweiter Bahnhof wird immer weiter ausgebaut. Es könnte auch sein, dass Dein Zug vom Bahnhof Darnyzja abfährt. Außen am Bahnhof sitzen Menschen vom Land auf dem Boden, vor ihnen eine Decke mit Gemüse, dass sie zum Verkauf anbieten. Auf der Straße, in der sich mein Hostel befindet, war eine Baustelle. Das machte es mir sehr schwer das Hostel zu finden, der Eingang ist nur über einen Innenhof zu erreichen. Ich fragte einen Polizisten, mehrere Passanten und später habe ich es doch selber gefunden.

The Last Barricade

Check-in und los in die Stadt. Ich traf die Cousine meiner Schwägerin an der Sophia Kathedrale. Wir hatten bisher nur ein paar Nachrichten über WhatsApp ausgetauscht, aber ich wurde sofort warm und liebevoll empfangen. Wir spazierten durch die Stadt und lernen uns kennen. Zum Abendessen kam eine Freundin dazu, Kris, gemeinsam besuchten wir ein verstecktes Restaurant „The Last Barricade„. Versteckt, weil es keinen offiziellen Eingang oder keine Hinweise gibt. Es heißt sogar, dass man ein Codewort benötigt, um einzutreten, an diesem Abend war das nicht der Fall. Die Speisekarte bietet typische ukrainische Küche, sehr lecker. Die Preise sind für ukrainische Verhältnisse hoch, aber für 15 € kriegst Du eine Mahlzeit mit Getränk. Was ein toller Tag.

Tag 2

Start your day right

Ich starte den Tag mit einem Lauf durch die Stadt, wobei es eher Joggen war, denn meine Beine waren noch etwas schwer vom Halbmarathon in Lwiw. Eine kleine Pause gönnte ich mir bei einer Fahrt mit der Standseilbahn, wohl bemerkt, dass ich diese Strecke wieder hoch laufen durfte. Schnell im Supermarkt noch ein Stück Obst und Haferflocken eingekauft. Dann gab es Porridge zum Frühstück.

Standseilbahn Funicular in Kiew, Ukraine

Nationalmuseum Tschernobyl

Auf Reisen solltest Du Dich auch mit der Geschichte eines Landes auseinandersetzen, manchmal gibt es Dir die Möglichkeit Situationen oder Reaktionen besser zu deuten. Teil 1 Geschichte war für mich das „Ukraine National Museum – Chornobyl“, hier erfährst Du etwas über die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. Im Vordergrund steht, neben den informativen und anschaulichen Ausstellungen, die Trauer. Es ist ein Ort der Stille und Andacht. Plötzlich bin ich diesem Unglück sehr nahe, schon bald verlasse ich das Museum, mit einem leicht mulmigen Gefühl und nachdenklich. Der Eintrittspreis für das Ukraine Nationalmuseum liegt bei ca. 50 Cent, die geführte Audiotour kostet weniger als 5 €. Abschließend zu diesem Thema aber ein Blick in die Zukunft.

Streetart in Kiew

Im historischen Stadtteil Podil in der Nähe des Kontraktowa-Platzes, findest Du Streetart. Hier siehst Du ein Kunstwerk über der Dux Bar, einem gemütlichen, etwas alternativen Café/Bar.

Private Stadtführung

Am Nachmittag traf ich Tatiana am Riesenrad auf dem Kontraktowa-Platz. Die Kommunikation bestand aus einer Mischung von Englisch und Google Translation. Die Ergebnisse lockerten die Gespräche auf, weil es manchmal zu super verrückte Übersetzungen mit anderer Bedeutung führte. Als Erstes fuhren wir eine Runde mit dem Riesenrad. Danach gingen wir vom Sankt Michaels Kloster über Spazierwege an denen viel Denkmale, Sehenswürdigkeiten und Aussichtsplattformen platziert sind. Dies ist der zweite Teil Geschichte in der Ukraine. Über den Zweiten Weltkrieg, aber auch jüngere Auseinandersetzungen. Merklich ist Tatiana bedrückt, in Erinnerung an die Krim Krise, verbunden mit der Angst, dass Freunde oder Familie hätten eingezogen werden können.

Einige der Sehenswürdigkeiten habe ich aufgelistet:

  • Nova Alʹtanka Na Volodymyrsʹkiy Hirtsi (Aussichtsplattform)
  • Denkmal für Wladimir den Heiligen (Historische Sehenswürdigkeit)
  • Glass Bridge
  • Denkmal der Völkerfreundschaft
  • Tsentralʹnyy Park Kulʹtury I Vidpochynku (Central Park)
  • Stadion des FC Dynamo Kyiv
  • Local Conflicts Muesum
  • Denkmal für die Kiewer Stadtgründer
  • Nationales Museum der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg
  • Mutter-Heimat-Statue

Abends waren wir bei „Puzata Hata“ essen, ein Muss, auch für Deine Reise. Das Konzept ist wie in einer Kantine, Du wirst an einem Buffet bedient. Dort gibt es die verschiedensten typisch ukrainischen Speisen. Du weißt nicht was das alles ist, wählst das, was gut aussieht. Sounds like fun, gut das Tatiana mir bei der Auswahl behilflich war. Die Preise waren günstig und das Essen lecker.

Tag 3

Backpack zusammenpacken, auschecken und los Richtung Olympia Stadion. Leider musste ich feststellen, dass dieses aufgrund der anstehenden Wahlen des Präsidenten geschlossen war. Ich setze mich in ein Café, schlenderte noch etwas durch Straßen und beobachte das Treiben. Per U-Bahn fahre ich zum Hauptbahnhof und schaue mir die kleinen Märkte rundherum an. Stand an Stand, es gibt hier alles, die Preise sind extrem günstig. Ich kaufe mir noch ein paar Snacks für die lange Zugfahrt zurück nach Lwiw, von wo mein Flug wieder Richtung Heimat geht.

Ich bin sehr dankbar für diese Reise. Ich durfte ein weiteres Land, eine weitere Kultur und weitere Menschen kennengelernt.

Must-See & Do

  • Nationalmuseum Tschernobyl
  • Fahrt mit der Standseilbahn Funicular
  • Höhlenkloster, St. Sofia und St. Andreas Kirche
  • Roshen Schokolade probieren
  • Essen bei Puzata Hata und bei The Last Barricade
  • Spaziergang entlang der historischen Denkmale (2h)

Noch mehr Ukraine?

  • Kiew – eine Perle im Osten Europas
    Auf meiner Reise durch die Ukraine bin ich von Lwiw aus per Zug nach Kiew gefahren. Diese Fahrt dauerte 6 Stunden und war sehr angenehm. In Kiew habe ich …
  • 3 Tage im wunderschönen Lwiw, Lviv und Lemberg
    Für Deinen nächsten Trip in Europas Osten ist Lwiw ein absoluter Geheimtipp. Die Stadt liegt im Westen der Ukraine unweit der Grenze zu Polen. Sie ist im Wandel zu …
  • Ukraine – Einfacher Reiseguide
    Ukraine ist ein wunderbares Reiseziel und hat vieles zu bieten. Du kannst im Schwarzen Meer baden, in den Karpaten wandern oder auf einem Städtetrip die Kultur des Landes entdecken. Besonders low-budget Backpacker mit Lust auf ein wenig Abenteuer fühlen sich hier wohl.

Kommentare

  1. Hanna

    Wow Till, du hast mein Heimatland wirklich sehr schön beschrieben. Die Zugfahrt ist oft ganz witzig, manche trinken auch Wodka und essen dabei ukrainische Salami und Salzgurken und natürlich Salo. Die Preise sind für uns tatsächlich fantastisch haha, da hast du vollkommen Recht!!! Ich kenne Puzata Hata, das nächste mal solltest du noch Sushi Ya ausprobieren, ist zwar nicht typisch ukrainisch (asiatisch) aber auch sehr lecker und sehr berühmt in der Ukraine!!
    Liebe Grüße
    Hanna

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.