Marokkos Norden – definitiv lohnenswert

Chefchaouen, Nord-Marokko

Marokko ist ein traumhaftes Reiseziel, ich war schon zwei Mal dort, und zwar in ganz unterschiedlichen Regionen. Neben den Stränden und Surfspots rund ums lebendige Agadir und der orientalischen Stadt Marrakesch, hat auch der Norden Marokkos einiges zu bieten. Jetzt erfährst Du mehr über meinen Trip von Tanger bis nach Fez. Meine erste Reise nach Marokko, ein Land voller Abenteuer, Schönheiten und geprägt von nie erlebter Gastfreundschaft.

Kurzübersicht

  • Orte: Larache, Asilah, Tanger, Tétouan, Chefchaouen, Fès
  • Reisedauer: 7 – 12 Tage
  • Reisezeit: April – Oktober, meine Reise war im Oktober
  • Abenteuer: 3 von 3
  • Budget: $ | Low Budget 250 € inkl. Flug von Brüssel-Charleroi

Reiseroute

Anreise

Für Marokkos Norden eignen sich besonders die Flughäfen Fes, Tanger, Nador und Oudja. Direktflüge gibt es zu allen Orten, aber nicht das ganze Jahr über und nur von einigen Flughäfen. Die meisten Direktverbindungen gibt es nach Casablanca, mit ein bisschen Recherche findest Du bestimmt eine gute Kombination für eine Start-Ziel-Reise. Ich persönlich bin mit Ryanair von Brüssel-Charleroi nach Tanger geflogen und von Fes zurück. Der Inland-Transport ist abenteuerlich aber klappt ganz gut.

Unterkünfte

In Nordmarokko sind die Hostels besonders günstig. Aber auch Airbnb ist gut vertreten. In den kleineren Orten gibt es nur eine handvoll Hostels, da dort in der Nebensaison nicht viele Backpacker landen. Hier findest Du die low-budget Hostels die ich auf meiner Reise gewählt habe:

  • Tanger: The Riad Hostel Tangier (ehem. The Melting Pot?)
  • Tétouan: Dar Nqiba Hostel
  • Chefchaouen: Hotel Souika
  • Fès: Downtown Fez Hostel

Budget

Für meine Reise im April 2018 habe ich insgesamt ein Budget von 250 € gehabt. Das beinhaltet den Flug (60 € Return), 20 € für das Parken, 20 € für Sprit. Alle Übernachtungen haben unter 10 € gekostet. Für Busfahrten habe ich bei 6 Stopps ca. 25 € gezahlt. Den Rest habe ich für Marokkos köstliche Küche, dutzende Cafés und sonstige Eintritte verwendet.

Meine Reise nach Nordmarokko im Oktober 2018

Marokko – Echt jetzt?

Das war die Reaktion vieler Freunde und auch meiner Familie, sie hielte Marokko für unsicher, das hat sich mittlerweile geändert. Besonderen Dank möchte ich meinem damaligen Klassenkameraden ausbrechen. Eigentlich hatte ich nur wieder auf der Ryanair Webseite nach günstigen Flügen in den Ferien Ausschau gehalten. Plötzlich habe ich ein Schnäppchen nach Tanger gefunden, das mir bis dato völlig unbekannt war. Nun ist mein Klassenkamerad (heute ein guter Freund) Marokkaner, als ich ihn nach diesem Ort fragte, reagierte er herzlich.

„Hey Till, das passt super. Meine Familie stammt von dort, und Sie sind ein paar Wochen in ihrer alten Heimat. Du bist eingeladen.“

Ich war leicht überfordert, wir kannten uns erst kurz, aber diese Gastfreundschaft konnte ich nicht ablehnen und neugierig war ich auch. – Ich habe die richtige Entscheidung getroffen und seine Familie besucht.

7 Tage im wundervollen Marokko

Tag 1: Ankunft und Gastfreundschaft ohne Grenzen

Mitte in der Nacht breche ich auf nach Brüssel-Charleroi, von Aachen ca. 1,5 Stunden Fahrtzeit, denn um 5 startet mein Flieger nach Tanger. Der Flug dauert 3 Stunden und ich war etwas nervös, aber auch voller Vorfreude. Wie vereinbart wurde ich am Flughafen herzlich von dem Vater meines Freundes abgeholt. Bis nach Larache war es etwas mehr als eine Stunde Fahrt. Zu Hause angekommen, wurde ich mit einem Frühstück empfangen: Datteln, Meloui (Marokkanisches Pfannenbrot), frisch zubereiteter Kaffee, jede Menge Obst und einiges mehr. Danach ruhte ich mich kurz in dem liebevoll eingerichteten Zimmer aus, doch die Neugier ließ mich nicht lange warten. Der Bruder meines Freundes wollte mir den Ort zeigen.

…in einer kleinen aber wichtigen Hafenstadt

Larache. Eine kleine Hafenstadt, mit einigen Cafés, Restaurants und einem Fischmarkt. Larache hat nicht sehr viele der typischen Sehenswürdigkeiten, aber ist ein idealer Ort um in Marokko anzukommen. Am Abend sitzen die Einheimischen in den Cafés und Restaurant und treffen sich, so haben auch wir Verwandte getroffen. Der Onkel meines Freundes erzählte mir von seinen Projekten in der Schule, er ist Lehrer, und wir tauschten uns aus über das Leben in Marokko und Reiseideen für die nächsten Tage. Ich bin dankbar für Gastfreundschaft, die ich erlebt habe und nehme ein Stück davon mit nach Hause. Von Larache bin ich per Sammeltaxi nach Asilah gefahren.

Tag 2: kunstvolles Asilah

Asilah ist ebenfalls an der Atlantikküste, die Medina besteht aus kleinen Gassen, das Besondere: Häuser gleichen Kunstwerken und alles ist verziert. Ein paar Stunden lassen sich hier verbringen, bevor ich nach Tanger aufbreche, genieße ich das Wetter bei einem Minztee in der Sonne Marokkos.

…und Großstadt Tanger

Tanger, eine geschichtsträchtige aber moderne Stadt, und das Tor zu Europa. Mein Hostel liegt mitten in der Medina und wirklich schwer zu finden – GPS? Fehlanzeige! Ich frage die Einheimischen nach meinem Hostel, jeder hilft wie er kann. Einmal angekommen habe ich einen eindrucksvollen Ausblick von der Dachterrasse, bis aufs Meer. Tanger bietet eine schöne und moderne Promenade, ein traditionelles Souk (Marktviertel), etliche Cafés mit Dachterrasse und eine große Moschee. Besonders zu empfehlen ist das Kasbah (eine Art Festung der Stadt). Wusstest Du das in Marokko das erste offizielle Gebäude der Vereinigte Staaten im Ausland steht? Bis 1961 war im Gebäude „American Legion“ eine diplomatische Vertretung der USA, heute ist es ein sehenswertes Museum über die Freundschaft der Länder. MarocMama hat eine tolle Liste erstellt: Things to do in Tangier.

Tag 3: Tétouan

In Tanger hatte ich Bekanntschaft mit einem Indonesier gemacht, von nun an reisen wir zusammen weiter. Vom Bushof in Tanger nehmen wir den local Bus, die Fahrt ist ruckelig aber die Aussicht ist schön, wir kommen dem Rif-Gebirge immer näher. Tétouan ist bekannt für seine Altstadt, die als Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt wurde. Außerdem befindet sich hier die Sommerresidenz von dem marokkanischen König. In den engen Gassen des Souks wird alles mögliche verkauft, leckeres Gebäck, geröstete Nüssen, Süßigkeiten und alles, was für den täglichen Gebrauch benötigt wird.

Tag 4-5: Die blaue Stadt – Chefchaouen

Die blaue Stadt von Marokko. Ein schönes Städtchen am Fuße des Rif-Gebirges. Perfekt um einen Abstecher in die Natur zu machen. Die Medina strahlt in mit hellblauen Wänden und Treppen. Das Kasbah ist restauriert aber bleib traditionell, in der Mitte befindet sich eine Moschee und ein Platz mit Restaurants. Ich empfehle Dir eine Wanderung auf den Jbel el-Kelaa, kleine Pfade führen Dich in 5-6 Stunden auf die Spitze in ca. 1600 Metern Höhe und zurück. Zur Sicherheit wanderst Du besser zu zweit oder mit einem Guide. Chefchaouen ist übrigens auch bekannt für seinen Hanfanbau, die Ernte ist Anfang April. Vorher sind die Berge voller Hanfpflanzen, ein paar Reste konnte ich noch fotografieren.

Tag 6-7: Fès – älteste Königsstadt

Von Chefchaouen fuhr mein Bus schon gegen 7 Uhr morgens nach Fès, das war auch gut so. Denn die Fahrt dauerte knapp 5 Stunden. Fès ist mit seinen 1 Million Einwohner, die größte der 3 Königsstädte. Ausländische Investoren haben den Tourismus der Stadt gefördert, in dem sie vieles renoviert haben. Trotzdem bleibt es eine sehr traditionelle Stadt und wird als kulturelles Zentrum des Landes bezeichnet. Einzigartig schmale Gassen führen durch die Medina, mit ihren unzähligen Souks. Hier solltest Du zwar Achtsam sein, aber Angst brauchst Du mit Sicherheit nicht zu haben. Die Händler sind freundlich, aber natürlich gibt es den ein oder anderen, der Dich nicht in Ruhe lassen möchte. Meine Strategie: Stillschweigen. Wenn Du planlos durch die Medina läufst, landest Du wahrscheinlich irgendwann auf einem Platz mit gemütlichen und preiswerten Cafés und Restaurants. Weiter in den Gassen findet noch richtiges Handwerk statt, Holz und Leder werden verarbeitet und es gibt sogar einer Geberei.

Must-See

  • Ausblick von einer Dachterrasse eines Riads
  • Rifgebirge in Chefchaouen
  • Souks, Medina in verschiedenen Orten
  • Palais Jamai in Fes
  • Künstlerstadt Asilah
  • Kasbah und Promenade in Tanger

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Simpler Reiseguide – Marokko

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Surf&City – von Agadir bis Marrakesch

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