Ungewöhnliche Reise durch Peru – 2 Wochen Backpacking trotz Corona

Dezember 2020 – Reisen, während der Corona Pandemie? Geht das überhaupt? Ist das erlaubt? Ist Reisen während Corona ethisch vertretbar? Und wenn, wohin kann ich reisen? – All diese Fragen habe ich mir auch gestellt, die Entscheidung fiel mir nicht leicht, aber ich bin froh, dass ich mich für die Reise entschieden habe. Nach einigen Stunden, ach was Tagen, Recherche habe ich mich auf Peru eingeschossen. Die Corona-Zahlen waren vergleichsweise gering, die Öffnungsstrategie und Maßnahmen von Peru erschienen mir valide, die Flugpreise waren super und Peru hat aktiv für ‚Corona-sicheren-Tourismus‘ geworben. Ich würde Corona gerne aus dem Blog-Artikel über Peru ausblenden, jedoch wäre die Reise ohne Corona wahrscheinlich ganz anders gewesen. Abgesehen davon stand Peru nicht als Erstes auf der Südamerika Bucket List. Nun will ich Dich nicht länger auf die Folter spannen, los gehts, viel Spaß beim Lesen!

Kurzübersicht

  • Hauptstadt: Lima
  • Sprachen: Spanisch, Quechua
  • Währung: Peruanischer Sol (PEN) 1 € ~ 4-5 PEN
  • Reisedauer: 14 Tage
  • Reisezeit: Dezember 2020
  • Abenteuer: 3/3
  • Budget: ca. 1,600 € inkl. Flug, Corona Test

Reiseroute

Vorbereitung: Fernreisen während Corona

Bevor die Reise losgehen konnte, waren mehr Sachen zu beachten als sonst. Wichtig war natürlich ein PCR-Test 72h vor Ankunft. Außerdem musste ich eine „Erklärung zum Gesundheitszustand und Erlaubnis zur Geolokalisierung“ (Affidavit of Health and Geolocation Authorization) online über eine Webseite der peruanischen Regierung abgeben. Zusätzlich musste ich eine Erklärung zum Gesundheitszustand für den Airport Amsterdam mitführen.

  • PCR Corona Test max. 72 Stunden vor Abreise
  • Erklärung zum Gesundheitszustand und Erlaubnis zur Geolokalisierung (mehr dazu unten)
  • Erklärung der Auslandskrankenversicherung, dass Corona abgedeckt ist
  • Erklärung zum Gesundheitszustand für den Flughafen Schiphol Amsterdam

Tipps, falls Du eine Reise planst

  • Verschaffe Dir einen Überblick z.B. auf Reisereporter.de
  • Check die Einreisebestimmungen & Quarantäne-Bedingungen mit der COVID-19 Travel Regulations Map der IATA
  • Prüfe die Reise-Rückkehrer Bedingungen in Deinem Bundesland
  • Recherchiere über die Corona-Situation (Auswärtiges Amt) und die Maßnahmen vor Ort z.B. über Facebook-Gruppen zum Land
  • Informiere Dich über die Regularien der Flughäfen (Abflug, Zwischenstopp, Ankunft)
  • Informiere Dich über die Corona-Testmöglichkeiten vor Ort
  • Achte darauf, dass Flüge flexibel umzubuchen sind.

Anreise

Internationale Flugverbindungen nach Peru gehen alle über Lima. Die günstigste Flugverbindung habe ich über Amsterdam gefunden. Mein Hinflug ging von Amsterdam über Paris nach Lima. Von Amsterdam gibt es auch Direktflüge. Von vielen deutschen Flughäfen bringt Dich ein sogenannter Zubringerflug über Amsterdam, Madrid, Paris oder London nach Lima. Per Direktflug bist Du in ca. 12,5 Stunden in Peru, mit einem Stopp können es schnell 15+ Stunden werden.

Unterkünfte

In Lima gab es eine große Auswahl an Hostels und Hotels, auch im Süden Perus gab es viele Hostels und auch Airbnb. Durch Corona waren nicht sehr viele Touristen im Land, dementsprechend groß war das Angebot an Unterkünften. Lima ist im Vergleich zu den anderen Orten etwas teurer, das zeigt sich auch an den Kosten für eine Unterkunft. In Lima habe ich in Mehrbettzimmern geschlafen, an den anderen Orten in Zweibettzimmern.

Fortbewegung

Die Fortbewegung in Peru gestaltet sich ziemlich einfach, es besteht eine sehr gute Infrastruktur für den Tourismus. Für kürzere Strecken eignen sich sogenannte ‚Collectivos‘, das sind meist Sprinter, die für den öffentlichen Nahverkehr verwendet werden. Wenn Du einmal herausgefunden hast, wo das Collectivo abfährt, musst Du nur noch warten bis der Bus voll besetzt ist, denn vorher fährt der Minibus nicht los. Eine Alternative zu dieser sehr günstigen Fortbewegungsart sind Taxis oder Uber, beides ist verfügbar und viel flexibler und komfortabler. Wer das Abenteuer sucht, ist definitiv besser in einem Collectivo aufgehoben.

Für lange Strecken eigenen sich die öffentlichen Fernbusse sehr gut. Am einfachsten sind sie über die App RedBus.pe zu finden. Als einer der sichersten Anbieter gilt Cruz del Sur. Ein großes Highlight war der Komfort in den Bussen. Die meisten Busse verfügen über Sitze die bis zu 160 Grad verstellbar sind, teilweise ist auch ein kleiner Bildschirm mit einer Auswahl an Filmen im Vordersitz verbaut. Besonders für Nachtfahrten war mir das auch einen kleinen Aufpreis wert, denn es gibt nichts Schlimmeres, als übermüdet am nächsten Ort anzukommen und den Tag zu verschenken. Eine Busfahrt kann auch schonmal 25 € kosten, für den Komfort und die zurückgelegte Distanz ist der Preis aber in Ordnung.

Komfortabler Sitz mit 160 Grad Rückenlehne, auch für Nachtfahrten durch Peru geeignet
Komfortabler Sitz mit 160 Grad Rückenlehne, auch für Nachtfahrten geeignet

Meine Reise

Lima

Ich bin am frühen Abend in Lima angekommen, sodass es bereits dunkel war. Wegen Corona ist der Shuttle nach Miraflores nicht angeboten worden, deswegen hatte ich über mein Hostel ein Taxi bestellt. Lima ist die Hauptstadt und zugleich mit Abstand die größte Stadt Perus. Die Must-see Stadtteile von Lima sind Miraflores, Barranco und das historische Zentrum.

Miraflores gilt als sicher und wohlhabend, daher finden sich hier neben den Peruanern auch viele Expats, Hotelgäste und Backpacker. Du findest hier viele Möglichkeiten durch die grünen Parks zu schlendern, zu shoppen oder die peruanische Küche auszuprobieren. Innerhalb von Miraflores ist alles fußläufig zu erreichen. Besonders schön ist die Parkanlage und der Weg von der Innenstadt zur Promenade am Pazifik. Direkt an der Promenade liegt ein Shopping-Center mit einigen Restaurants, die Larcomar Shopping-Mall. Einen Sandstrand sucht man jedoch leider vergeblich, denn die Küsten ist sehr steinig. Den Sonnenuntergang über dem Pazifik solltest Du Dir aber trotzdem nicht entgehen lassen. Sogar surfen ist hier möglich. An meinem letzten Tag habe ich mir für 10 € ein Brett und einen Wetsuit geliehen. Die Bedingungen sind nicht optimal für einen Anfänger: Wasser nicht tief genug, Steine auf dem Grund, die Wellen beginnen erst weit hinten. Trotzdem war es einen Versuch wert, jedoch habe ich von besseren Surfspots in Peru gehört.

Die historische Altstadt ist von Miraflores am besten per Uber zu erreichen, eine weitere Möglichkeit ist die Metro. Sehenswürdigkeiten die Du nicht verpassen solltest sind der Plaza de Armas, der Stadtpalast, der Regierungspalast und die Kathedrale. Kulinarisch solltest Du definitiv das Landesgericht Perus probieren: Ceviche

Zu guter Letzt solltest Du noch im Stadtteil Barranco vorbeischauen. Dort findest Du viel Streetart, tolle Restaurants und Cafés, sowie ein paar Museen. Außerdem ist Barranco bekannt für sein Nachtleben!

Paracas

In Lima habe ich meinen Travelmate Jan kennengelernt. Da wir eine ähnliche Route hatten, ging es für uns nun zusammen weiter. Am dritten Tag nahmen wir also den Bus von Lima nach Paracas, das dauerte ca. 3 – 4 Stunden. In Paracas wurden wir direkt von einem Reiseleiter begrüßt. Er hatte ein kleines, unaufgeräumtes Büro. Eigentlich hatte ich Probleme ihm zu vertrauen. Trotzdem buchten wir eine Buggytour im Nationalpark. Wir suchten uns ein günstiges Lokal zum Mittagessen. No hablos Espanol…. Also heute nur Reis für mich, da sie nicht verstanden haben, dass ich Reis mit Gemüse und ohne Fleisch möchte 🤣.

Nach dem Mittagessen haben wir die Tour gemacht und die Fahrt war sehr lustig, wir hatten schöne Aussichten. Der Nationalpark von Paracas ist bekannt für seine langen Strände und besonders den roten Strand auf dem Foto. Auf der Insel Islas Ballestas kannst Du sogar Seerobben und Pinguine sehen. Hier findest Du ein paar Fotos von Islas Ballestas.

Huacachina

Von Paracas nahmen wir einen Bus nach Huacachina, so hatten wir es gebucht. Als wir ankamen, haben wir nur unser Gepäck in einem Laden abgestellt und unsere Dünen-Buggy-Tour begonnen. Der Fahrer war verrückt und fuhr Dünenhügel hoch und runter. Es erinnerte mich an eine Achterbahnfahrt. Auf einer der Dünen konnten wir Sandboarding machen. Zuerst habe ich nur auf dem Brett gelegen, dann habe ich versucht, aufzustehen. Kurz bevor ich unten angekommen bin, bin ich auf den Hinterkopf gefallen und habe mir die Hand leicht verstaucht. Regel Nr. 1: Überschätze dich nicht, vor allem nicht, wenn du weißt, dass kein Arzt in der Nähe ist. Später hörte ich sogar Gerüchte, dass die Dünentour illegal und dadurch nicht versichert ist. Zum Glück ging es mir gut und ich konnte den Sonnenuntergang über den Dünen genießen.

Danach suchten wir uns ein Hostel. Dieses Mal auf klassische Art und Weise, in dem wir von Tür zu Tür gegangen sind, also ohne booking.com. Wir fanden ein nettes Zweibettzimmer für unter 30 €, mit Frühstück und Pool. Am Abend waren wir dann in einem Restaurant mit Dachterrasse. Für mich gab es einen Kaffee und einen Avocado-Burger mit Pommes (muss wohl an den anhaltenden Kopfschmerzen gelegen haben :D). Mein Travelmate Jan hat sich in der Happy-Hour gleich zwei Pisco-Sour gegönnt, neben Coca-Tee quasi das Nationalgetränk Perus. Hier findest Du ein Pisco-Sour Rezept auf Noras Blog info-peru.de. Ich habe es später mit meiner Familie ausprobiert und kann es sehr empfehlen. Der kleine Ort ist rund um die Oase gebaut und bietet somit aus jeder Lage einen wunderschönen Anblick Mein Tipp: Den Sonnenuntergang mit einem Kaltgetränk mit Blick auf die Oase genießen. Die Pflanzen und Dünen spiegeln sich im Wasser und Du kannst einfach abschalten. Ich könnte mir gut vorstellen. dass Huacachina in Nicht-Corona-Zeiten ein wahrer Backpacker Hotspot ist und hier einige Partys steigen, da es an keinem anderen Ort eine so hohe Dichte an Restaurants, Bars und Hostels gab.

Nazca Lines

Die Nazca Lines sind in der Wüste erkennbare Linien, die aus der Vogelperspektive ein Bild ergeben. Diese sind auch als Geoglyphen bekannt. Die Geoglyphen sind verteilt auf einer Fläche von unglaublichen 500 km², die längste Linie ist dabei 20 Kilometer lang! Von dem Aussichtsturm oder aus einem kleinen Flugzeug sind verschiedene Abbilder von Menschen und Tieren zu sehen. Der Geschichte zufolge stammen die Bilder aus den Jahre 200 v. Chr. – 600 n. Chr.

Für die Strecke von Huacachina nach Nazca haben wir das erste Mal die beliebt berüchtigten Collectivos genutzt. Per Taxi sind wir zur Sammelstation gefahren, wo bereits ein voll bepackter Minibus wartete. Der Fahrer wollte schon los, aber ich brauchte unbedingt noch eine Flasche Wasser, sehr ungeduldig zeigte er mir einen Laden. Maske an, Faceshield aufgesetzt und rein in den Bus, Rucksack natürlich auf dem Schoss. Der Preis war gering, wenige Euros, allerdings versuchten sie doppelt abzukassieren. Vielleicht nur ein Missverständnis oder Versehen. Meine 3 Brocken spanisch halfen nicht weiter, jedoch ergriffen andere Fahrgäste direkt Partei für mich, weil sie gesehen hatten, dass ich bereits bezahlt hatte. Die Fahrt dauerte nur 3-4 Stunden.

Nazca selber ist ein kleiner Ort, in dem es nicht besonders viel zu sehen gibt. Durch die Nazca Lines sind hier aber viele Restaurants und Cafés, wahrscheinlich auch einige Hostels. Immer wieder erfahren wir die Freude der Inhaber, dass nun endlich die ersten Touristen wiederkommen. Dass die Öffnung Perus für EU-Touristen nicht langen wahrt, wussten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Gegen Nachmittag nahmen wir ein Taxi zu den Nazca Lines. Nachdem einige Taxis uns nicht dort hinbringen wollten, fanden wir einen Fahrer mit einem neuen und aufgemotzten Auto. Der Preis war ok. Als wir dann an den zwei Aussichtstürmen ankamen, kam die Enttäuschung; beide Aussichtstürme waren geschlossen! For Covid-19 Reasons. Zwei Polizisten bewachten die Türme und ließen nicht mit sich reden. Ob der Fahrer davon wirklich nichts wusste?? Ich glaube es kaum :D. Wir konnten zumindest eine Katze sehen. Am Abend ging es dann per Nachtbus ins knapp 600 Kilometer entfernte Arequipa. Die Fahrzeit beträgt ca. 12 Stunden.

Arequipa

Gegen 9:30 Uhr erreichten wir Arequipa. Vom Bus direkt in die Innenstadt zum Plaza de Armas Arequipa, dem Hauptplatz im historischen Zentrum von Arequipa. Rund um den Platz befinden sich Altbauten mit Balkon, die sich hervorragend für ein Frühstück mit Blick auf die riesige Basilica Cathedral of Arequipa eignen. Für 11 Uhr hatten wir eine Free Walking Tour gebucht; eine gute Mischung aus Sehenswürdigkeiten und Geschichte, wie ich finde. Geführt wurde die Tour von Inkan Milkyway. Eine Führung durch die Kathedrale und das Santa Catalina Kloster sind definitiv lohnenswert. Ebenso beeindruckt war ich von dem Museum über Juanita die Mumie eines Inkamädchens aus dem Jahr 1440. Sogar die Mumie selbst ist dort zu sehen. Sie ist in einem sehr guten Zustand, einfach unglaublich!

Wer nach einem guten Kaffee oder einem deutschen Bier sucht, wird im Kaffeehaus fündig. Das Café mit Biergarten gehört einem deutsch-peruanischen Pärchen. Ein perfekter Ort für eine entspannte Pause mit gemütlicher und internationaler Atmosphäre.

Basilica Cathedral de Arequipa
Juanita
Kaffeehaus Arequipa
Plaza der Armas Arequipa
Kloster Santa Catalina

Colca Cayon – dritttiefster Canyon der Welt

Ich hatte bereits auf einigen Blogs über das Colca Tal gelesen. Bis dato hatte ich aber noch nie eine Mehrtägige Wanderung gemacht. Das Colca Tal ist die dritttiefste Schlucht der Welt und verläuft durch die Anden. Besonders bekannt ist es ebenfalls für seine Andenkondore, die Könige der Lüfte. Das sind Greifvögel mit einer Flügelspannweite von bis zu 3 Metern und bis zu 15 kg Gewicht.

Bei der Walkingtour in Arequipa trafen wir ein Polnisch-Spanisches Paar, gemeinsam informierten wir uns über Möglichkeiten auf eigene Faust durchs Colca Tal zu wandern. Jedoch gab es durch den geringen Tourismus zu dieser Zeit wenige Möglichkeiten, sodass wir uns schlussendlich für eine geführte Tour mit Transport entschieden. Preis ca. 45 Euro pro Person. Inkludiert waren ein Guide, zwei Frühstücke, ein Mittagessen, ein Abendessen, sowie die Übernachtung und der Transport. Es hat sich definitiv gelohnt!

Um 3:30 Uhr morgens kam der Bus Richtung Chivay, das liegt auf ca. 3.600 Metern. Um den Ort zu erreichen, fährt man allerdings über einen Pass mit knapp 5.000 Höhenmetern. Der Bus hielt an, um die Aussicht zu genießen. Ich stieg aus und plötzlich ging es mir nicht gut, ich habe schlecht gehört und kaum etwas gesehen. Die Einheimischen merkten das sofort und hielten mir sofort in Alkohol getränkte Taschentücher unter die Nase. Nach ein paar Minuten Beine-hochlegen und weiterem ’schnüffeln‘ war alles wieder gut. Na gut, die Höhenkrankheit, von der ich bis jetzt nur hörte, gibt es also wirklich, Faktencheck am eigenen Leib 😀

Nach dem Frühstück standen zwei ca. 3-stündige Wanderungen auf dem Tagesplan. Die erste Etappe bis zum Mittagessen und dann runter ins Tal zum Hostel. Am zweiten Tag ging es aus dem Tal den schnellsten Weg hoch ins nächste Dorf, ca. 3 Stunden relativ steile Wege. Mit unserer kleinen Gruppe und dem tollen Guide hat das ganze sehr viel Spaß gemacht. Neben den Pfaden waren viele kleine Anbauflächen für Obst und Gemüse. Auch Avocados wachsen hier! Wir haben die Tour bei Baby Lama Peru gebucht, hier findest Du auch eine genaue Ablaufbeschreibung. Nach dem letzten Frühstück in Cabanaconde ging es dann noch ins Dorf Chivay, von dort aus brachte uns der Bus wieder zurück nach Arequipa.

Zur gleichen Zeit in Europa: Die britische Variante wurde entdeckt. Darauf reagierte Peru wie folgt: „Peru government suspends flights to, from Europe for two weeks because of new COVID-19 variant (Reuters, 21.12.2020)“ Nach nur zwei Wochen wurde die Einreisesperre für Europäer wieder erhoben. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir nicht sicher, ob ich auf dem geplanten Weg zurück reisen kann.

Cusco

Cusco war früher die Hauptstadt der Inkas. Noch heute sind Teile vom Sonnentempel Coricancha zu besichtigen. Auf einem kleinen Berg am Stadtrand findet sich die alte Architektur der Inkas, der Sacsayhuamán. Aber bekannt ist Cusco vor allem als Tor zum Machu Picchu.

In Cusco habe ich zum ersten Mal Couchsurfing genutzt, ich hatte gleichzeitig das Buch Couchsurfing im Iran gelesen (sehr empfehlenswert). Die Couch war eine aufblasbare Matratze für Jan und mich zusammen, in einem kleinen Raum mit Löchern im Boden. Das Haus gehörte einem jungen Argentinier, der daraus ein Hostel machen wollte. Er und seine Freunde waren super locker und sehr gastfreundlich, sodass wir uns trotz der bescheidenen Schlafsituation und den sehr kalten Nächten entschieden haben dort zu bleiben. Es war ja schließlich Weihnachten. An Heiligabend haben wir alle gemeinsam gekocht und getrunken, um 24 Uhr gingen plötzlich die Raketen hoch. Verrückt, Silvester kommt doch noch, aber: andere Länder, andere Sitten.

Machu Picchu

Am nächsten Morgen sollte es früh zum Machu Picchu gehen. Wir hatten uns für die abenteuerliche Route entschieden. Das heißt, der Plan war, mit einem Sammeltaxi Richtung Hydroelectrica und von dort zu Fuß entlang der Gleise 3 Stunden bis zu Machu Picchu Town. Direkt am Morgen bekamen wir die Info, dass unser Bus nicht fährt, aber dafür ein wenig später ein privater Fahrer fahren würde. Als wir dann auf den Fahrer warten hieß es plötzlich, der Zug sei so günstig, sie haben für uns den Fahrer + den Zug gebucht. Ansonsten war ein Guide, eine Übernachtung, Abendessen und Frühstück inklusive für ca. 80 Euro. Häufig kostet der Zug alleine 80 Euro, mal wieder Glück gehabt. Der Eintritt zum Machu Picchu war allerdings wegen Corona kostenlos. Nur Tickets hatten wir noch nicht, denn die waren online schon lange ausverkauft!

Auf dem Weg von Cusco ging es dann mit dem Auto nach Ollantaytambo. Dort bekommt man schon mal einen Vorgeschmack auf den Machu Picchu, denn auch hier sind noch Ruinen der Inkas erhalten. Außerdem ist von hier auch unser Zug abgefahren. Der Zug war sehr komfortabel, wahrscheinlich mit der ersten Klasse der DB vergleichbar. Da das Wetter eher unbeständig war, war ich etwas erleichtert, dass wir den Zug nehmen konnten. Als wir Abends ankamen, waren wir mit unserem Guide zum Essen verabredet. Er briefte uns kurz: In der Früh um 5 Uhr treffen wir uns am Ticketschalter, um noch ein Ticket zu ergattern.

Ollantaytambo
Ollantaytambo
Ollantaytambo
Zugfahrt Ollantaytambo – Machu Picchu

Heute ist der Tag, mit dem ich am Anfang meiner Reise nicht gerechnet hatte! Erst waren die Tickets ausverkauft, dann gab es auch noch Proteste am Machu Picchu und er wurde geschlossen, außerdem dachte ich es wäre preislich nicht im Rahmen. Aber das spannende beim Reisen ist ja, vor Ort ist eh alles anders!! Also bin ich um 4:00 Uhr aufgestanden, Frühstück sollte es geben, aber der Mitarbeiter hatte wohl verschlafen. Kurz bevor wir losmussten kam er und bereite etwas vor. Am Ticketschalter war kaum etwas los, perfekt, ich war mir sicher es klappt und das tat es auch.

Um 6 Uhr fuhr der Bus hoch zum Machu Picchu. (ich frage mich wie die einen Reisebus dort hochbekommen haben, da das einzige Transportmittel der Zug ist??) Wir waren tatsächlich die Ersten im Machu Picchu. Insgesamt waren es aber auch weniger als 50 Leute. Die meiste Zeit waren wir alleine, es war still und einzigartig. Eine Seite die mir am Reisen während Corona irgendwie gefällt. Aber andererseits den Menschen vor Ort den Boden unter den Füßen wegreißt, denn sie sind auf den (Massen-)Tourismus angewiesen. Der Guide führte uns rum und erzählte über die Inkas, Traditionen, Bräuche, den Bau des MP, wieso die Spanier den Tempel nicht fanden, die Kriege zwischen den Inkas und wieso es dazu kam sowie die Bedeutung der verschiedenen Architekturen. Wahnsinnig interessant, zwischendurch genieße ich die Ruhe und den Ausblick auf diese Bauten. Die Ruinenstadt wurde im 15. Jahrhundert in 2430 Metern Höhe erbaut.

Nach ca. 1:30 Stunden war unsere Tour vorbei und wir gönnten uns noch ein zweites Frühstück mit tollem Ausblick in die Berge. Danach sind wir zu Fuß ca. 1 Stunde wieder Richtung Stadt gegangen. Zum Abstieg gibt es einen einfachen und gut ausgewiesenen Pfad. In der Stadt gibt es sonst nicht viel zu tun oder zu sehen, aber dafür viele Restaurants und Cafés.

Gebucht haben wir die Tour über unseren Couchsurfing Host, er spricht super englisch und hat uns sehr gut beraten, seine Reiseagentur in Cusco heißt We Travel.

Die letzten Tage in Peru

Noch am selben Nachmittag ging es wieder mit dem Zug und einem Minibus Richtung Cusco. Am nächsten Tag habe ich eine Free Walking Tour in Cusco gemacht, bei der ich der einzige Gast war! Cusco hat historisch viel zu bieten. Mit jeder Tour in Peru erfahre ich etwas mehr über die Geschichte Perus, die Inkas, die Spanier und die Quechua.

Für den letzten Abend in Cusco habe ich unserem Couchsurfing Host ein typisch deutsches Gericht versprochen. Typisch rheinländisch sogar, Reibekuchen mit Apfelkompott. Kartoffeln sind in Peru auch sehr beliebt. Ich hatte selber noch nie Reibekuchen gemacht, aber es war sehr lecker. Die anderen bezeichneten das Gericht als „The German Fat Bomb“ 😀

Am nächsten Morgen sind wir dann zurück nach Lima geflogen, per Landweg wäre es einfach zu weit gewesen (ca. 24 Stunden). Zurück in Lima kümmerte ich mich erstmal um einen Coronatest (PCR), den ich für den Rückflug über Amsterdam zwingend benötigte. Außerdem wollte ich unbedingt noch surfen gehen. Als ich die Reise plante, dachte ich, ich würde in Peru mehrere Tage surfen gehen. Schlussendlich gab es doch viele interessantere Sachen. Und das surfen ich ja auch erst auf meinem Trip in Marokko gelernt. Am Stadtstrand in Lima war das Surfen nicht so cool: Das Wasser ist flach, dicke Steine liegen auf dem Grund und die Wellen brechen sehr weit hinten. Nachdem ich drei Wellen gestanden habe und noch nicht verletzt war, habe ich meine Sachen wieder eingepackt, reicht für heute 😀

Der Flug nach Amsterdam ging noch am selben Abend. Der Flieger war fast leer, vielleicht 70 Leute in der großen Maschine, sodass ich fast ein ganzes Abteil für mich hatte. Am 30. Dezember bin ich wieder in Deutschland angekommen. Peru ist auf jeden Fall eine Reise wert!

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